Synthetische Zusatzstoffe im Hundefutter

Welche Auswirkungen können technologische und synthetische Zusatzstoffe im Hundefutter haben?

Wie wir bereits festgestellt haben ist der Körper durchaus in der Lage zu unterscheiden, ob es sich um natürliche oder synthetische Vitamine handelt, die ihm zugeführt werden. In Teil 1 und Teil 2 unserer Blogartikel-Reihe über synthetische Zusatzstoffe im Hundefutter haben wir dir zuvor schon erklärt was synthetische Zusatzstoffe sind und worin der Unterschied zwischen natürlichen und synthetischen Vitaminen besteht.


Synthetische Zusatzstoffe und ihre Wirkung

Die Wirkungsweise ist unterschiedlich – Synthetische Vitamine werden vom Körper vollkommen anders verarbeitet als natürliche Vitamine. Während natürliche Vitamine in die Struktur der Nahrungsmittel eingebunden sind und bei der Verdauung mit Hilfe bestimmter körpereigener Enzyme und anderer Hilfsstoffe kontrolliert und nach Bedarf aufgenommen werden können, fehlt es den synthetischen Vitaminen (egal ob aus einem natürlichen oder einem synthetischen Ausgangsstoff gewonnen) an diesen Begleitstoffen, so dass der Darm nicht in der Lage ist die Aufnahme zu regulieren. Die künstlichen, hoch aufgeschlossenen Vitamine werden sozusagen zwangsabsorbiert. Dadurch kann es z.B. zu einer Vitaminüberversorgung (Hypervitaminose) kommen, welche das komplette Immunsystem negativ beeinflussen und gesundheitliche Schäden zur Folge haben kann.


Außerdem gehören synthetische und technologische Zusatzstoffe (Vitamine, Antioxidantien, Konservierungs- und Lockstoffe) zu den Auslösern von Allergien.

Man spricht hier von einer sogenannten sekundären Futtermittelallergie, da der Hund nicht auf eine Komponente aus dem Futter reagiert, sondern auf eine bestimmte Substanz, die dem Futter hinzugefügt wurde. Die allergische Reaktion tritt meist erst nach einem längeren Zeitraum auf, so dass diese oft nicht mit dem Futter in Verbindung gebracht wird.

Da es für diese Stoffe keinen Allergietest gibt, bleibt eine solche Futtermittelallergie oft unerkannt. Unsere Tierheilpraktikerin hat diese Stoffe inzwischen in ihre Fellanalysen mit aufgenommen, um Hunden auch in diesem Bereich weiterhelfen zu können. Unter dem Menüpunkt Fellanalysen auf unserer Website findest du die Übersicht über die verschiedenen Pakete.


Die Auswirkung synthetischer Zusatzstoffe auf den Organismus des Hundes

Gehen wir nun ein bisschen genauer auf einzelne synthetischen Zusatzstoffe und ihre mögliche Auswirkung auf den Organismus des Hundes ein:

In Teil 2 unserer Beitragsreihe haben wir dir bereits die gängigen künstlichen Vitamine vorgestellt, die den meisten Hundefuttern hinzugefügt werden. Dazu gehört auch Vitamin D (in Wirklichkeit gar kein Vitamin, sondern ein Hormon), welches ein wichtiger Teil der Regulierung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels ist.

Auf natürlichem Wege ist eine Überdosierung nicht möglich aber bei der Aufnahme von zu viel synthetischem Vitamin D kann es problematisch für den Hund werden. Bei einer dauerhaften Überdosierung kommt es zu einer Zwangsabsorption. Die Kalziumkonzentration im Blut erhöht sich und eine sogenannte Hyperkalzämie ist die Folge.

Bei diesem Zustand über einen längeren Zeitraum können sich Mineralstoffe in Niere, Lunge und im Herzen ablagern und es kann zu einer Verkalkung der Organe mit dadurch resultierenden Organschäden kommen. Da Kalzium zu den Stoffen gehört, die nur schwer von der Niere ausgeschieden werden können, können sich z.B. auch Nierensteine entwickeln. Auch die Entwicklung des Gebisses und der Knochen kann durch eine Hyperkalzämie beeinträchtig werden.

Wir fragen uns: Warum wird heutzutage zwar vor zu viel Kalzium im Hundefutter gewarnt, aber der Zusatz von synthetischem Vitamin D immer noch quasi vorgeschrieben, da sonst bestimmte, angeblich bedarfsdeckende, Werte nicht erreicht werden können?


Ebenfalls bei den meisten Hundefuttern hinzugefügt wird Vitamin A. Dieses fettlösliche Vitamin wird bei einer Überversorgung nicht ausgeschieden, sondern in der Leber gespeichert. Die Vitamin A Toleranz liegt bei Hunden zwar höher als bei anderen Spezies aber dennoch kann es bei einer Überdosierung von aktivem Vitamin A zu einer Hypervitaminose kommen, die mit gesundheitlichen Schäden einhergeht. Mögliche Symptome sind z.B. eine geringe Gewichtszunahme, Schmerzen in den Gelenken, verminderter Appetit, Abbau der Knochensubstanz und Entwicklungsstörungen, sowie Schädigungen des Herzens.

Bei Vitamin E kann es laut Fachleuten nicht zu einer Überdosierung und damit verbundenen gesundheitlichen Schäden kommen. Vitamin E wird gerne als natürliches Antioxidans auf den Futtersäcken und Dosen angepriesen, doch ist es nicht natürlich, wenn es sich um isoliertes alpha-Tocopherol handelt.

Merke: Ein Stoff, der aus einem Rohmaterial isoliert wurde, egal ob dieses natürlich ist oder nicht, und somit in Reinform vorliegt, ist nicht mehr natürlich!

Die sogenannten Antioxidantien gehören zu den technologischen Zusatzstoffen und werden eingesetzt, um das Futter vor dem Ranzigwerden zu schützen.

Immer noch weit verbreitet ist der Einsatz von BHT (Butylhydroxytoluol – E321) und BHA (Butylhydroxyanisol – B320).

Hierbei handelt es sich um synthetische Antioxidantien, die auf Dauer zu gesundheitlichen Schäden führen können. Sowohl BHA, als auch BHT reichern sich im Fettgewebe an, da sie für den Körper kaum abbaubar sind. Die Anreicherung von BHT im Körper kann außerdem zu Veränderungen der Schilddrüse führen.

Beide Stoffe gelten als Allergieauslöser und stehen im Verdacht krebserregend zu sein, sowie die Blutgerinnung zu stören. In Baby- und Kindernahrung sind sie aufgrund eines Gesundheitsrisikos verboten.

Bis vor ca. einem Jahr wurde auch Ethoxyquin (E324) als Antioxidans im Hundefutter eingesetzt. Dieser Stoff war bis 2017 als Pestizid zugelassen und wurde dann aber endlich als toxisch eingestuft und als Futtermittelzusatzstoff verboten!

Da der Verbraucher heutzutage wesentlich sensibler geworden ist, was die Ernährung seines Lieblings angeht, wird jetzt vermehrt mit Vitamin E, C und Beta Carotin als natürliche Antioxidantien geworben. Wie eben aber bereits geschrieben handelt es sich hierbei um synthetische Vitamine, die also mit "natürlich" auch nicht viel zu tun haben.

Ebenfalls zu den technologischen Zusatzstoffen gehören die Konservierungsstoffe.

Sie sind stets künstlich hergestellt und verhindern die Bildung von Schimmel, Bakterien und Mykosen (Pilzerkrankungen). Häufig eingesetzt werden hier Ameisensäure (E236), Zitronensäure (E330), Ascorbinsäure (Vitamin C) und Kupferverbindungen.

Kupfer hat im Körper viele verschiedene Aufgaben. Es ist wichtig für den Eisenstoffwechsel und die Skelettentwicklung und ist an der Hämoglobinbildung und der Produktion von Melanin beteiligt. Seine antioxidative Wirkung schützt zudem die Zellen. Bei einer Überdosierung wirkt es jedoch toxisch und kann zu Vergiftungen führen, sowie zellschädigend wirken und sogar zu Unfruchtbarkeit führen. Daher gehört es zu den deklarierungspflichtigen Substanzen und muss auf dem Etikett des Futters ausgewiesen werden.

In der Regel schädigen all die aufgeführten Konservierungsstoffe die Darmschleimhaut und belasten als Gift den Stoffwechsel des Hundes. Immer mehr Hunde reagieren auch auf diese Substanzen mit Allergien und leiden an Verdauungsstörungen oder Hauterkrankungen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass egal um welche synthetischen Zusatzstoffe es sich auch handelt, diese nicht gesundheitsfördernd sind und es nicht verwunderlich ist, dass so viele Hunde heutzutage mit Allergien und Krankheiten zu kämpfen haben, die vor den Zeiten von Fertigfutter weitaus nicht so ausgeprägt waren.

Fazit:

Schau dir die Deklaration deines Hundefutters genau an und lass dich nicht einlullen von den zahlreichen Versprechen der Futtermittelhersteller, die mit einem 100% natürlichen Futter werben aber dann doch synthetische und/oder technologische Zusatzstoffe hinzufügen. 

Ein hochwertiges Hundefutter sollte ohne diese künstlichen Substanzen auskommen! 

Dann doch lieber ein Futter ohne Zusatzstoffe natürlich ergänzen, um bedarfsdeckende Werte zu erreichen, statt ein Futter mit Vitaminpülverchen, von denen wir ja nicht mal wissen, aus welchen Chemiewerken auf der Welt sie stammen, oder?!


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